Aerosolmarkt Deutschland

Die Produktion hat die Krise überwunden bei uneinheitlicher Marktentwicklung

Nachdem das Krisenjahr 2009 auch in der Aerosolindustrie deutliche Spuren hinterlassen hatte, konnte die Produktion von Aerosolen in 2010 mit einer Steigerung von 5,6 Prozent erfreulicherweise wieder an die langjährigen Zuwachsraten anknüpfen. Mit 1,349 Milliarden in Deutschland abgefüllten Dosen wurde der Spitzenwert des Jahres 2008 allerdings noch nicht wieder erreicht. Die Verkaufszahlen im deutschen Markt entwickeln sich dabei auch weiterhin je nach Produktsegmenten sehr uneinheitlich.

 
 


Produktion

Der noch im Vorjahr zu verzeichnende Einbruch der Produktionszahlen hat sich 2010 nicht fortgesetzt. Bei einer Steigerung der deutschen Aerosolabfüllung um 5,6 Prozent stehen vielmehr offenbar alle Zeichen auf Aufschwung. Dabei wuchs allein die Produktion im größten Marktsegment, dem der kosmetischen Aerosole, um 5,1 Prozent von 903 auf 949 Millionen Dosen. Deutliche Zuwächse verbuchte hier die größte Kategorie, die der Deodorantien und Antitranspirantien. Auch bei Rasierschäumen und -gelen konnten Steigerungen erzielt und das Niveau des Rekordjahres von 2008 wieder erreicht werden. Die Produktion von Haarsprays und Haarlacken entwickelte sich im Vergleich zu 2009 positiv, während die Haarschaume einen Rückgang um 15 Millionen Stück auf nunmehr 98 Millionen Dosen aufweisen.

Die deutsche Produktion von Haushaltsaerosolen wuchs 2010 insgesamt um 9,1 Prozent und übertraf mit 96 Millionen Dosen sogar das Ergebnis von 2008. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch deutliche Zuwachse in der hier nunmehr größten Kategorie, der der Schuh- und Lederpflegemittel. In dieser wurden 2010 33 Millionen Dosen abgefüllt gegenüber 25 Millionen in 2009. Dagegen wurden die Raumduftsprays nach leichten Verlusten auf Platz 2 der in Deutschland im Haushaltsbereich produzierten Aerosole verdrängt. In den übrigen Kategorien zeigten vor allem die Farb- und Lacksprays wieder erfreuliche Zuwächse. Hier stieg die Produktion von 62 Millionen im Jahr 2009 auf nunmehr 68 Millionen Stück an.

Die Produktionszahlen der einzelnen Produktkategorien in Weißblech- beziehungsweise Aluminiumdosen sind der Übersicht zu entnehmen. In Glas- und Kunststoffbehältern abgefüllte Aerosol-Produkte, die nur in deutlich geringeren Stückzahlen produziert werden, können hier leider nicht im Einzelnen ausgewiesen werden.

Da in Deutschland Aerosole bekanntermaßen nicht nur für den deutschen und europäischen Markt, sondern teilweise sogar für weltweite Markte produziert werden, hat die Inlandsnachfrage nach Aerosolprodukten auf die Entwicklung der deutschen Produktionszahlen praktisch keinen Einfluss.

 


Nachfrage

Der für unsere Industrie besonders wichtige Kosmetikmarkt blieb 2010 in Deutschland wertmäßig stabil. Die Menge der in unserem Land vertriebenen kosmetischen Aerosole konnte sich knapp auf dem Vorjahresniveau halten. Zu verdanken ist dies jedoch allein den schon seit Jahren anhaltenden Zuwächsen im größten Marktsegment der Deodorantien und Antitranspirantien. Dem gegenüber entwickelte sich der Abverkauf von Haarsprays und Schaumfestigern in Deutschland ebenso rückläufig wie der von Rasierschäumen und -gelen (Abb. 1).

Im Markt der Deodorantien / Antitranspiratien führte auch 2010 wieder kein Weg an der Spraydose vorbei. So wuchs die Zahl der in Deutschland verkauften Deo-Aerosole mit 183 Millionen Stück gegenüber dem Vorjahr erneut um 5 Prozent. Damit liegt der Anteil der Aerosole im gesamten Deo-Markt jetzt bei 63,8 Prozent (Abb. 3).

Während andere Anwendungsformen nur sehr geringe Marktanteile aufweisen, stellen aus Verbrauchersicht allenfalls Roll-ons noch eine erwähnenswerte Alternative dar. Deren Marktanteil liegt mit 26,5 Prozent aber weit hinter den hier klar dominierenden Aerosolen.
Der Markt der Haarstyling-Aerosole in Deutschland ging dagegen erneut deutlich zurück. So sank die Zahl der in Deutschland verkauften Schaumfestiger mit 34,3 Millionen Stück um ca. 8 Prozent. Auch die Haarsprays, die sich zuletzt noch stabil gezeigt hatten, mussten eine Einbuße von 4 Prozent hinnehmen. Hier gingen im Jahr 2010 in Deutschland aber immer noch 117 Millionen Einheiten über die Ladentische. Da sich das gesamte Segment des Stylingmarkts ähnlich rückläufig entwickelte, blieb der Anteil der Aerosole hier annähernd stabil. Sie stehen weiterhin für knapp 78 Prozent der Stück- Abverkaufe dieses Marktes (Abb. 4).

Eine insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung weist 2010 der Markt der Haushaltsaerosole auf (Abb. 2).

So konnten die Raumduftsprays, die hier das mit Abstand größte Produktsegment ausmachen, beim Abverkauf in Deutschland erneut um 4,8 Prozent zulegen. Die Schuhpflegeaerosole konnten die Verluste aus dem Vorjahr mehr als wettmachen und wiesen ein stattliches Wachstum von 30 Prozent aus. Während allein die Teppichpflegesprays mit 2 Prozent im Minus lagen, legte der Verkauf von Ofenreinigern in gleicher Höhe zu.